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Impressionen

Das RAW: Kultur- und Partyoase

Auf den 52.000 Quadratmetern des RAW-Geländes bündelt sich, was Einheimische wie Besucher an Berliner Nightlife und Off-Kultur lieben:  Zwischen Mauern voller Graffiti steigen rauschhafte Parties unter freiem Himmel.  Theaterdarbietungen, Literaturevents und  Tanz-Performances demonstrieren das hohe Niveau der Berliner Kunstszene. Erstklassige Balkanbands bringen angesagte Clubs zum Kochen, während ein paar hundert Meter entfernt Szenegänger am großen Pool in Hängematten chillen. Skaterinnen befahren riesige Rampen und einzigartige Parcours, muskulöse Freeclimber zeigen ihr Können und im Freiluftkino sitzt der Friedrichshainer Hipster neben Familie Meier aus Stuttgart. Wer den liberalen Charme Berlins erleben will, kommt auf dem traditionsreichen RAW-Gelände voll auf seine Kosten. Hier ist einfach jeder und jede willkommen.

Surrounding

Der Friedrichshainer Südkiez: Pulsierendes Kultur-, Workplace- und Ausgehviertel.

Seit Jahren ist Friedrichshain ein beliebtes Zentrum Berliner Kiezkultur. Rund um die Warschauer Brücke und in unmittelbarer Nähe zu Mercedes-Benz-Arena und East-Side-Gallery erstreckt sich ein Viertel, das Einheimische wie Touristen gleichermaßen anzieht. Hier finden sich die Flaniermeile Simon-Dach-Straße, die Büroflächen großer Firmen wie Universal und Zalando, ungezählte Start-up-Unternehmen und der legendäre Technoclub Berghain. 

Ob die heimelige Ostalgie-Atmosphäre des kleinen Programmkinos, das Luxus-Ambiente  eines Club-Restaurants direkt an der Spree oder der urbane Charme der vielen kleinen und individuellen Second-Hand-, Special-Interest- und Trödelläden – der Friedrichshainer Süden gehört zu den faszinierendsten Kiezen der Hauptstadt.  Ein paar Meter hinter der Galerie für ausgewählte zeitgenössische Kunst beraten die enthusiastischen Filmkenner einer Cinethek. Vom kleinen Café mit Sonntagsbrunch ist es nur ein paar Schritte bis zum belebten Flohmarkt oder einem typisch Berliner Spätkauf. Bayrisches Bier, hochwertiges Sushi, französische Delikatessen, vegane Imbisse oder originelle Currywurstvariationen  – hier muss niemand lange suchen, um seine Lieblingsgastronomie zu finden.   

Aus diesem lebendigen und vielschichtigen Viertel ist das Gelände des ehemaligen Reichsbahn-Ausbesserungs-Werkes mit seiner in Jahren gewachsenen Kultur- und Partyszene nicht wegzudenken.

Engagement

Liebe Freundinnen und Freunde des RAW,

Berlin und auch Friedrichshain befinden sich in einem großen Wandlungsprozess. Brachliegende Flächen werden entwickelt, neue Quartiere entstehen, liebgewonnene Orte verändern ihr Gesicht. Aber das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass Kulturorte, die einst in Selbstorganisation aufgebaut wurden, verloren gehen.

Als wir im April 2015 große Teile des RAW-Geländes erwarben, taten wir das nicht in der Vorstellung, dieses Areal als Brachfläche neu entwickeln zu können. Im Gegenteil: Wir erwarben das RAW-Gelände weil es ist, was es ist: Ein faszinierender Ort für vielfältige Nutzungen im Bereich Kunst, Kultur, Party und Freizeit mit internationaler Strahlkraft. Dies ist für uns die DNA des Geländes, und die wollen wir erhalten, wenn wir nun daran gehen, das RAW zukunftsfähig zu entwickeln.

Entwicklung heißt für uns: Vorhandene Angebote sinnvoll ergänzen, Probleme beheben, bauliche Lücken schließen und bestehende Bausubstanz sichern, um so nicht nur die heutige Attraktivität des RAW zu bewahren, sondern sie auch weiter auszubauen. Damit das gelingt, ist es wichtig, das Planungsverfahren vollständig transparent durchzuführen und von Anfang an alle einzubinden, denen die Zukunft des RAW am Herzen liegt: Die Vertreter des Bezirks ebenso, wie Kultursachverständige, Friedrichshainer Interessenverbände und die Mieter auf dem Gelände.

Auf dieser Website werden wir Sie von nun an regelmäßig über den aktuellen Stand informieren und alle Ergebnisse ausführlich dokumentieren. Zudem haben Sie unter dem Menüpunkt „Dialog“ jederzeit die Möglichkeit, uns Fragen zur weiteren Entwicklung auf dem RAW zu stellen.

Ihre Kurth Gruppe

Entwicklung

Entwicklung

Auf dieser Seite möchten wir Sie in Zukunft kontinuierlich über alle Phasen der Sanierung und Entwicklung des RAW-Geländes informieren.

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Hier die ausführliche Dokumentation zur 1. Nutzerwerkstatt zum Download: BE160218_160503_Dokumentation

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Erste Werkstatt zur Entwicklung des RAW-Geländes hat in konstruktiver Arbeitsatmosphäre stattgefunden

Am 18. Februar fand in den Räumen des Astra Kulturhauses auf dem RAW-Gelände die 1. Nutzerwerkstatt zur Entwicklung des RAW-Geländes statt. Zu dieser ersten von mehreren geplanten Werkstätten wurden ausschließlich die unmittelbaren Nachbarn sowie Nutzer und Nutzerinnen des Geländes eingeladen, um so in einer konstruktiven Arbeitsatmosphäre möglichst effektiv Ideen für die Entwicklung zu sammeln und in den weiteren Planungsprozess einfließen zu lassen.

Die Teilnehmer: An der Nutzerwerkstatt beteiligten sich das Sprechergremium der vier soziokulturell genutzten Häuser an der Revaler Straße, die Initiative Kulturensemble.RAW, der Verein RAW//cc, die Five-O GmbH (zu der u.a. Skatehalle und Kletterkegel gehören), der Sprecher von Haus 23, ein Vertreter des 1. Berliner Skateboardvereins e.V., Vertreter der Clubs Cassiopeia, Astra Kulturhaus, Suicide Circus, Crack Bellmer, Bar zum schmutzigen Hobby, Haubentaucher und Urban Spree sowie Vertreter der Kreativwirtschaft. Um die Anwohnerperspektive zu vertreten, waren außerdem jeweils mehrere Mitglieder des Stadtteilbüros und der Anwohnerinitiative Die Anrainer eingeladen. Von Seiten des Planerteams waren neben Jahn, Mack & Partner, die die Werkstatt konzipierten und durchführten, auch Experten für Freiraumplanung, Verkehrsplanung und Lärmschutz anwesend. Der Bezirk wurde durch Bezirksstadtrat Hans Panhoff, Leiter der Abteilung Planen, Bauen und Umwelt, repräsentiert. Durch die Veranstaltung führte Gerlinde Mack.

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Der Verlauf: In einer ersten gemeinsamen Runde bekräftigte zuerst Lauritz Kurth, Geschäftsführer der Kurth Gruppe, noch einmal seinen Wunsch, Soziokultur und Clubs auf dem Gelände zu erhalten und erläuterte die Idee der Querfinanzierung der subventionierten Mieten für die soziokulturellen Einrichtungen über finanzstärkere Nutzung der avisierten Neubauprojekte auf dem Gelände. Dann stellte Thomas Jarosch vom Planerteam grundlegende Ideen zur Strukturierung des Geländes entlang der bereits vorhandenen Mittelachse vor, über die ein künftiger Zugang direkt von der Warschauer Straße ermöglicht werden soll, und Bezirksstadtrat Panhoff betonte noch einmal die Bedeutung der Entwicklung – auch im Sinne einer stärkeren Tagesnutzung – für die Kriminalitätsproblematik auf dem RAW-Gelände. Anschließend erhielten alle Teilnehmer der Runde die Möglichkeit in jeweils 3 Minuten ihre Interessen und ihre Ideen für die Entwicklung des RAW-Areals zu äußern, bzw. Missstände zu benennen, die über die Entwicklung behoben werden sollten.

Beiträge wurden notiert und nach der Mittagspause in drei Arbeitsgruppen weiter ausdiskutiert, bevor in einer letzten gemeinsamen Runde, die konkreten Ideen noch einmal zusammengefasst wurden.

Atmosphäre war durchgängig von offenem Austausch geprägt und alle Beteiligten brachten sich konstruktiv ein.

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Die Ergebnisse: Ziel dieser ersten Werkstatt war es noch nicht, fertige Kompromisslösungen für einzelne Problemfelder zu entwickeln, sondern sich über die Problemfelder klar zu werden und verschiedene Ansätze zu deren Lösung zu sammeln. Gearbeitet werden konnte dabei nur über den Teil des RAW-Geländes, der der Kurth-Gruppe gehört.

Als grundsätzlich für den Neubau geeignete Flächen wurden vorrangig die heutige Brachfläche an der Grenze zum Nachbargrundstück, das Areal an der Warschauer Straße sowie der Getränkemarkt zwischen Haubentaucher und Skatehalle benannt.

Unterschiedliche Ansichten gab es etwa zur Höhe der Neubebauung auf dem Gelände. Während einige Nutzer sich eine flachere Bebauung wünschen, vertraten andere Teilnehmer die Ansicht, dass die Neubauten weniger Fläche in Anspruch nehmen und dafür lieber entsprechend höher geplant werden sollten.

Weitgehende Einigkeit zwischen Nutzern Anwohnervertretern bestand sowohl in der Frage der nötigen Kriminalitätsbekämpfung, u.a. durch mehr Tagesnutzung, sowie in der Frage besseren Lärmschutzes insbesondere in Höhe des Mauerdurchbruchs an der Revaler Straße und des sich hier inzwischen entwickelten „wilden Taxistands“. Manche der Beteiligten favorisierten hier die Idee, mit einem offiziellen Taxistand auf dem Gelände die Lärmentwicklung auf der Revaler Straße zu begrenzen. Vorherrschende Ansicht war, dass der Autoverkehr auf dem Gelände minimiert und die zentrale Achse eine Fußgängerzone mit hohem Aufenthaltscharakter sein solle. Auch ein Parkhaus für den nötigen Autoverkehr war in diesem Zusammenhang im Gespräch. Bezüglich der weiteren nutzungsbedingten Schallemissionen herrschte weitgehende Einigkeit, dass hierzu alle Möglichkeiten des baulichen Schallschutzes intelligent mit einbezogen werden sollten, beginnend mit der Anordnung der Aufenthaltszonen auf der Mittelachse. Ebenfalls weitgehende Einigkeit herrschte über den problematischen Zugang auf Höhe Simon-Dach-Straße, der auf seine ursprünglich untergeordnete Funktion wieder verkleinert werden sollte. Davon versprachen sich viele Nutzer und Anrainer eine Beruhigung des Geländes im Sinne einer Unterbrechung der Feiermeile Simon-Dach-Straße-RAW-Gelände.

Ein weiteres großes Thema war die Freiraumgestaltung. Hier bestand große Einigkeit darin, die bestehende Ost-West-Verbindung durch das Gelände als Fußgängerzone zu entwickeln und an ihr entlang durch Bäume und urbanes mobiles Stadtgrün attraktive Aufenthaltsflächen auch für die Nachbarschaft zu schaffen. Letzteres auch als alternative Idee zu einer geschlossenen Grünfläche, deren potentielle Auswirkung auf die Kriminalität ebenfalls debattiert wurde. Für den Zugang zur Hauptachse von der Warschauer Straße aus wurden mehrere Varianten einer Freitreppe, der Fassadengestaltung und Sichtbeziehungen auf das Gelände diskutiert.

Die Nutzer der vier soziokulturell genutzten Häuser äußerten im Weiteren Vorstellungen für den an ihre Gebäude angrenzenden Außenraum, der auch auf kleinsten Raum große Wirkung haben könne. Das Gelände von der Verwahrlosung zu befreien, einen angenehmen Aufenthaltsort daraus zu machen, der auch Verantwortungsbewusstsein auslöse, würde einiges von dem ursprünglichen Charakter des Ortes zurückbringen.

Darüber hinaus legten die meisten Beteiligten viel Wert auf eine kleinteilige Entwicklung des Geländes mit Ateliers und Marktständen sowie den Erhalt des „morbiden Charmes“. Und die Vertreter der Five-O GmbH bekräftigten ihren Wunsch nach Erhalt der Mauer an ihrem Nutzungsbereich sowie der Halle 29, die sie gern in ihre Nutzung mit einbeziehen würden.

Zuletzt wurde noch über den Besitzer des Nachbargrundstücks und dessen Ankündigung, dort Studentenwohnen realisieren zu wollen, diskutiert. Herr Kurth erklärte hierzu, dass er nicht für den Nachbarn sprechen sondern nur dieser über seinen Teil des Geländes sprechen könne. Die Kurth Gruppe sehe den BVV-Beschluss, der hier eine vorrangige Kultur-, Soziokultur- und Freizeitnutzung vorsieht, als Leitfaden und sei gespannt, was das offene Dialogverfahren an weiteren Erkenntnissen bringe.

Kritik: Einige der Beteiligten äußerten grundsätzliche Kritik an der Einberufung dieser ersten Werkstatt als reine Nutzer- und Anwohnerwerkstatt und vertraten die Ansicht, das komplette Verfahren solle in größter Öffentlichkeit abgehalten werden. Gerlinde Mack verwies auf den Bezirksamtsbeschluss als Ergebnis einer Befragung der weiteren Öffentlichkeit und auf die ohnehin geplante öffentliche Bürgerbeteiligung und betonte noch einmal die konstruktive Arbeitsweise in kleinen Arbeitsgruppen, die anders schlichtweg nicht möglich gewesen wäre. Außerdem wurde die geringe Vorlaufszeit kritisiert und dass den Beteiligten die Tagesordnung nicht vorab zugesandt wurde. Frau Mack nahm diese Kritik auf und versprach entsprechende Änderungen für die nächste Werkstatt.

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Das weitere Verfahren: Die nächste Werkstatt ist für Mai 2016 geplant. Hierbei soll auch der Kreis der Beteiligten erweitert werden. Für diese Werkstatt wird das Planerteam verschiedene Planungsvarianten auf Grundlage der Ergebnisse dieser ersten Werkstatt ausarbeiten, an denen dann abermals in Gruppen weiter gearbeitet werden kann. Am Ende des Werkstattprozesses soll eine Ausstellung verschiedener Planvarianten für die breitere Öffentlichkeit stehen, in deren Verlauf alle Besucher die Möglichkeit haben, sich mit weiteren Ideen einzubringen.
Dialog

Sie haben Fragen zur Sanierung und Entwicklung des RAW-Geländes? Wir werden sie Ihnen gerne beantworten. Bitte nutzen Sie zu diesem Zweck das Dialogformular. Sowohl Ihre Frage als auch unsere Antwort werden hier auf dieser Seite publiziert. Sie dürfen Ihre Frage daher gerne auch anonym stellen, wir behalten uns aber vor, Beiträge zu entfernen, die gegen die Netiquette verstoßen.

  1. Sehr geehrte Damen und Herren, als Anwohnerin und Mutter zweier kleiner Kinder begrüße ich die Vorschläge, das RAW auch tagsüber zu nutzen und damit der Drogenkriminalität und der latenten und aktiven Gewalt durch Überfälle etwas entgegenzusetzen. Ich persönlich habe aktuell Angst um mich (wenn ich in der Revaler Straße nach der Dämmerung unterwegs bin und finde die aktuelle Entwicklung furchtbar, wenn ich daran denke, dass man seine Kinder hier nicht unbeaufsichtigt alleine rumlaufen lassen möchte.
    Das Gelände bietet so viel Raum, etwas tolles für die junge Generation zur Verfügung (Sport, Entertainment, etc) zu stellen, wo Eltern bestimmt bereit sind, das auch entsprechend zu bezahlen. Gerne beteilige ich mich am Brain-Storming 😉 Danke für Ihre Zeit! MfG Doreen Wilken

    • Vielen Dank für Ihren Beitrag. Gerne können Sie sich in die Planung einbringen. Voraussichtlich im März 2016 wird die erste öffentliche Werkstatt stattfinden. Der Termin wird rechtzeitig auf dieser Website bekanntgegeben.

      Mit besten Grüßen
      i.A. Mark Homann

  2. Hallo liebes RAW Gelände. Du bist ein Teil der Stadt jedoch sollte mit Dir nicht so umgegangen werden wie sich aktuell abzeichnet. Betrunkene Menschen, überall Müll und Glasscherben, Kriminalität in jeder Ecke und auch um das Gelände drumherum, viel zu laute Musik die sicherlich dich, als auch die Anwohner, in Ihren Grundmauern erschüttert. Zu viele Menschen die kommen und gehen und Dich nicht in Deiner ursprünglichen Schönheit wahrnehmen. Bitte versuche durchzuhalten, es wird schon bald der Tag kommen an dem Du in neuem glanz aufblühst. Solange kämpfe ich dafür dass Du respektierst und gepflegt wirst! Danke

    • Vielen Dank für Ihr Engagement. Ein neues Aufblühen des Geländes liegt ganz in unserem Interesse, und wir sind uns sicher, dass es uns gelingt, es – gemeinsam mit Nutzern und Anwohnern – auf eine Weise zu entwickeln, die einerseits möglichst viel von dem ungeschliffenen Charme erhält, der das RAW prägt, und die andererseits die von Ihnen beschriebenen negativen Entwicklungen der letzten Jahre korrigiert.

      Mit besten Grüßen
      i.A. Mark Homann

  3. Sehr geehrte Damen und Herren,
    als direkte Anwohnerin, die leider auch ihr Schlafzimmer zum RAW-Gelände hat, interessiert mich vor allem, wie Ihre Planung bzgl. des Lärmschutzes aussieht. Wir hatten besonders in diesem Sommer immer wieder starke Probleme durch die Bässe der Clubs und Imbissbuden auf dem Gelände, die teilweise ab Donnerstag bis Montagmorgens durchgängig dröhnten. Aber auch Personen die sich nachts mit fahrenden Bassanlagen auf das Gelände stellten, störten immer wieder unsere Nachtruhe. Wie werden Sie konkret gegen solche Leute vorgehen?
    Ich möchte hinzufügen, dass ich in diesem Haus auch schon seit meiner Geburt (1987) wohne und ich garantiert nicht wusste worauf ich mich mit meinem „Einzug“ einlasse, so wie man es sich ja oft anhören darf.
    Eine weitere Frage von mir ist, wie Sie konkret planen der Negativentwicklung in unserem Kiez entgegen zu wirken (Drogen, Kriminalität, Ballermann-Tourismus), da die Entwicklung auf dem RAW-Gelände ja ausschlaggebend für diese Negativentwicklung ist.
    Mit freundlichen Grüßen
    Karolin M.

    • Die Sicherheit auf dem Gelände ist auch für uns von vorrangigem Interesse. Zuletzt haben wir in diesem Zusammenhang potentielle Buschverstecke gerodet, eine neue Beleuchtung installiert sowie den Wachschutz verstärkt. Weitere umfangreiche Maßnahmen werden gerade gemeinsam mit den Clubbetreibern entwickelt und dann zügig umgesetzt. Vor allem aber wird die von uns beabsichtigte Entwicklung des Geländes hin zu mehr Tagesnutzung und klareren räumlichen Strukturen das Gelände weniger attraktiv für Kleinkriminelle machen. Was den Lärmschutz betrifft, sind wir zuversichtlich, dass das im Februar 2016 startende Planverfahren entsprechende bauliche Lösungen hervorbringt.

      Mit besten Grüßen
      i.A. Mark Homann

  4. Guten Tag,
    ich wohne ganz in der Nähe und musste feststellen, dass sich die Situation, seit dem Mauerdurchbruch auf Höhe der Simon-Dach-Str. für die Anwohner hörbar verschlechtert hat.

    An den Ecken befinden sich ein Photoautomat und ein 24-stunden Imbiss bzw. Spätkauf. Praktisch die ganze Nacht durch halten sich dort Gäste auf, die bei zunehmenden Alkohol- und Drogenkonsum immer lauter werden.

    Zusätzlich hat sich dort eine Art wilder Taxistand entwickelt. Ich würde es sehr begrüßen wenn der Durchbruch geschlossen wird. Oder zumindest dort kein Angebote zum Aufenthalt gemacht werden. Die Fläche ist doch groß genug um Kiosk, Imbiss und Photoautomat nach innen zu verlagern.

    Auch ein Taxistand mit ausreichend vielen Stellplätzen kann meiner Ansicht nach innerhalb des Grundstücks entstehen. Die Taxis stehen in 2. Reihe und zusätzlich wird die Straße von feiernden Gästen blockiert, dadurch wird immer wieder gehupt damit der Durchgangsverkehr passieren kann.

    Sicher bin ich nicht der einzige Nachbar, der dadurch immer wieder mitten in der Nacht aufgeweckt wird. Außerdem hoffe ich, dass bei der Sanierung der Gebäude umfangreich in den Schallschutz investiert wird. Wir vernehmen hier durchgehend die Bässe der inzwischen 11 Clubs und Bars auf dem Gelände.

    Mit freundlichem Gruß,
    Karsten

    • Vielen Dank für Ihren Hinweis. Wie Sie vielleicht gehört haben, starten wir im Februar 2016 mit ersten Planungswerkstätten. Die Situation rund um den Mauerdurchbruch wird hierbei auch zur Sprache kommen. Selbstverständlich bemühen wir uns um eine bauliche Lösung, die der Nachtruhe der Anwohner ebenso gerecht wird, wie dem Betrieb der Kultur- und Freizeiteinrichtungen auf dem Gelände. Bitte haben Sie jedoch Verständnis dafür, dass die Umsetzung noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Da wir uns für ein kooperatives Planverfahren entschieden haben, das heißt, Nutzer und Anwohner in die Entwicklung mit einbeziehen wollen, können wir hier dem Ergebnis der Werkstätten nicht vorgreifen. Wir sind jedoch überzeugt, dass diese eine vernünftige Lösung hervorbringen werden.

      Mit besten Grüßen
      i.A. Mark Homann

  5. Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich begrüße diese Plattform und hoffe, dass durch die nun zu erwartende Neustrukturierung dem Wildwuchs auf dem RAW-Gelände Einhalt geboten wird. Besonders traurg finde ich, dass man das Gelände außer vielleicht noch am So zum Flohmarkt kaum noch betreten mag. Das war, bevor sich die ganzen Clubs dort breit gemacht haben, anders. Das ganze Gelände ist inzwischen Quelle und Herd von Lärm, Schmutz und Kriminalität – mit Kultur und Lebensqualität hat das Gelände kaum noch etwa zu tun. Die Nchtökonomie bestimmt das Geschehen auf dem Gelände und beeinflusst die Umgebung massiv. Sie als Eigentümer haben natürlich wenig Einfluss auf Dealer und marodierende Ballermantouristen und auch der Umbau des Geländes lässt sich sicherlich nicht sofort umsetzen. Aber – was SIE tun können, ist die auf ihrem Gelände angesiedelten Clubs abzumahmen, wenn sie
    den Lärmschutz nicht einhalten. Dazu gehört vor allem die Innendämmung – die sollte auch vom Vermieter eingefordert werden und nicht nur einem völlig überforderten Umweltamt überlassen werden. Lärmpegelmessungen auf dem Gelände – vor allem auch in den Bassbereichen, die sich wegen ihres langwelligen Charakters über ganze Straßenzüge weiter reflektieren. Und – sehr einfach auch über die Geländesecurity durchzusetzen – dass die Lärmschleusen der Eingangsbereiche geschlossen gehalten werden. Eine Einrichtung wie beispeilsweise die Bar Emma Pea, die gar nicht als Club firmiert, ist mir mehrmals dadurch aufgefallen, dass die Türen weit offen standen und dort genauso laute Musik heraus schallte, wie aus jedem x-beliebigen Club – wahrscheinlich nicht mal erlaubt, geschweige denn eingepegelt. Das sind Schrauben, an denen Sie als Eigentümer sofort und spürbar entlastend für die Lärm gestressten Anwohner „drehen“ können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Uka Mau

    • Danke für Ihren Beitrag. Im Zuge der Entwicklung des Geländes sind bauliche Veränderungen zum besseren Schallschutz, sowohl für das Gesamtgelände als auch für die Clubs, ein wichtiger Bestandteil der Planungen. Die Schließung der Lärmschleusen in den Eingangsbereichen wurde mit den Clubs bereits besprochen. Was das von Ihnen beschriebene Beispiel Emma Pea angeht, so waren uns hier bislang keine Probleme bekannt, aber wir werden das im Blick behalten.

      Mit besten Grüßen
      i.A. Mark Homann

  6. Sehr geehrte Damen und Herren,
    das Gelände wird von Ihnen als „faszinierender Ort für vielfältige Nutzungen im Bereich Kunst, Kultur, Party und Freizeit mit internationaler Strahlkraft“ beschrieben. Leider äußert sich die „Strahlkraft“ vor allem darin, dass die gesamte Umgebung immer mehr zur No-Go Area wird. Der öffentliche Drogenhandel, der sich zunehmend in die Wohngebiete ausbreitet (z.B. jetzt auch in Richtung östlicher Revaler Str., wo sich die Dealer direkt neben dem Spielplatz postieren), ist unerträglich. Erschreckend auch die vermehrten Gewaltdelikte (Überfälle, Messerattacken, kürzlich den ersten Toten), von der generellen Verwahrlosung ganz zu schweigen. Selbstverständlich wäre hier primär die Politik gefordert, aber da ist wohl nicht viel zu erwarten. Im Gegenteil, die Bezirksregierung hat bislang immer gegen eine Veränderung/Entwicklung gearbeitet. Derweil konnte sich die organisierte Drogen- und Gewaltkriminalität (ich möchte hier der verharmlosenden Beschreibung „Kleinkriminelle“ widersprechen) weiter ausbreiten und verfestigen. Dass so etwas zugelassen wird – in einem Wohngebiet, in dem es viele Kinder, Schulen und Kitas etc. gibt – ist skandalös.

    Ihre bereits ergriffenen und geplanten Sicherheitsmaßnahmen sind natürlich begrüßenswert. Auch die Idee, die Tagesnutzung zu verstärken, unterstütze ich. Allerdings gehen diese Ansätze meiner Meinung nach nicht weit genug, sondern es müsste sich ganz grundsätzlich etwas ändern. Die unsäglichen Zustände gehen mit der vorherrschenden Drogen-/Sauf-/Ballermannkultur einher. Um Kriminalität und Verwahrlosung ernsthaft zu bekämpfen, müsste diese Anti-Kultur aufhören und Platz für andere Nutzungen machen, z. B. wirkliche Kunst und Kultur.

    Noch einmal, mir ist klar, dass Verbrechensbekämpfung und Schutz der Bürger eigentlich Sache des Staates ist. Als betroffene Anwohnerin appelliere ich dennoch an Sie, Ihren entscheidenden Einfluss geltend zu machen und eine wirkliche Wende zu wagen!

    An diese Stelle würde ich gerne auf die laufende Petition zur Bekämpfung des Drogenhandels aufmerksam machen:
    https://www.openpetition.de/petition/online/konsequente-bekaempfung-des-drogenhandels-rund-um-das-raw-gelaende-in-berlin-friedrichshain

    MfG
    Ingrid P.

    • Danke für Ihren Beitrag. Wir sind überzeugt, dass sich die beschriebene Situation mit der Entwicklung des RAW-Geländes in jeder Hinsicht verbessern wird. Viele Problempunkte wurden bereits im Rahmen der ersten Nutzerwerkstatt angesprochen und verschiedene Lösungen baulicher und/oder nutzungsspezifischer Art dafür diskutiert. Die nächste Werkstatt wird Ende Mai stattfinden und die Planungen weiter konkretisieren. Der Termin wird in Kürze hier auf der Website veröffentlicht. Gerne können Sie sich daran beteiligen.

      Mit freundlichen Grüßen
      i.A. Mark Homann

Historie

RAW – Eine bewegte Geschichte

Die Geschichte des RAW-Geländes, des ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerkes im heutigen Berliner Stadtteil Friedrichshain, ist eng verbunden mit dem wirtschaftlichen Aufstieg Berlins in der so genannten Gründerzeit und bis heute ein Spiegelbild für die Stadt im Wandel der Zeit.

Berlin unter Dampf: Gründung und Deutsches Kaiserreich

1867 wurde auf dem heutigen RAW-Gelände die „Königlich Preußische Eisenbahnwerkstatt Berlin II“ errichtet. Sie war Teil des frühen Wirtschafts-Booms, in dessen Verlauf Berlin bis Anfang des 20. Jahrhunderts zur viertgrößten Stadt der Welt aufstieg. Nur wenige Hundert Meter nordwestlich des Werkstattgeländes wurde am 01. Oktober desselben Jahres der alte Ostbahnhof (inoffiziell: Küstriner Bahnhof) feierlich in Betrieb genommen. Er verband die preußische Hauptstadt mit Ostpreußen. Bereits 1882 wurde das Werk erweitert, um auch die Berliner Stadtbahn mit Wartungs- und Pflegearbeiten versorgen zu können. Bis zum Ende des 1. Weltkriegs stieg die Mitarbeiterzahl auf 1.200 Personen.

Von „Weimar“ bis zur Wende 1989/90

Die Eisenbahnwerkstatt wurde nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, mit Abschaffung der Monarchie, in Reichsbahnausbesserungswerk umbenannt. Die Periode der „Weimarer Republik“ und des „Dritten Reichs“ endete für einen großen Teil des Areals bei einem Luftangriff im Jahr 1944, der ca. 80 Prozent des Reichsbahnausbesserungswerkes zerstörte. Nach dem Krieg wurden die Anlagen wieder aufgebaut und erhielten zum einhundertjährigen Bestehen 1967 die Bezeichnung „Reichsbahnausbesserungswerk (RAW) Franz Stenzer“. Damit erinnerte die DDR an den kommunistischen Reichstagsabgeordneten und Eisenbahner, der 1933 im KZ Dachau ermordet worden war.

Zwischen „Dornröschenschlaf“ und „wildem Osten“: das RAW-Gelände heute

Nach dem Fall der Mauer wurde das Werk von 1991 bis 1995 nach und nach stillgelegt. Mit der deutschen Einigung war ein Überangebot an Reparatur- und Wartungskapazitäten entstanden. An die ursprüngliche Nutzung knüpfte 1994 das heute in zwei Hallen operierende Talgo-Werk Berlin an, in dem gut 110 Mitarbeiter Züge und Loks instand halten. Zwischen 1995 und 1999 blieb es auf dem Gelände ansonsten recht still. Erst im Juli 1999 begannen Kunst- und Kulturprojekte unter dem Dach des 1998 gegründeten Vereins RAW-Tempel e.V. die Gebäude an der Revaler Straße für eine Zwischennutzung umzugestalten, und nach und nach etablierten sich weitere kulturelle und gastronomische Nutzer auf dem Areal, ein für Brachen in der Berliner Nachwendezeit typischer Vorgang. 2007 wurde das Gelände von der Vivico Real Estate an eine private Investorengruppe veräußert, die das Gelände jedoch nicht weiter entwickelte. Insbesondere in den letzten Jahren häuften sich dann Klagen von Anwohnern und Nutzern des RAW über vermehrte Dealer- und Kleinkriminellenaktivitäten im RAW. Seit dem 01. April 2015 ist die Kurth Gruppe Besitzerin eines Areals von rd. 52.000 Quadratmetern Fläche.
Aktuelles
Update 06.04.2016
Hier die ausführliche Dokumentation zur 1. Nutzerwerkstatt zum Download: Dokumentation_Nutzerwerkstatt_1

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Start des Beteiligungsverfahrens am 18. Februar 2016

Nutzer-Werkstatt zur Entwicklung des RAW-Geländes Am Donnerstag d. 18.02. startet das Beteiligungsverfahren zur Entwicklung des RAW-Geländes mit einer Nutzer-Werkstatt. Diese erste von mehreren Werkstätten wird noch im kleinen Kreis der unmittelbar Betroffenen abgehalten. Eingeladen wurden hierzu sowohl Clubbetreiber und soziokulturelle Nutzer des Geländes als auch Anwohner-Initiativen und Experten verschiedener Fachbereiche. Die Werkstatt wird durchgeführt vom Planungsbüro Jahn, Mack & Partner und dient dem Gedankenaustausch zwischen den verschiedenen Betroffenen, dem Aufzeigen von Problemfeldern zwischen unterschiedlich gelagerten Nutzerinteressen und der Erarbeitung von möglichen Kompromissen. Um eine konstruktive Arbeitsatmosphäre zu ermöglichen, wird diese erste Werkstatt noch unter Ausschluss der weiteren Öffentlichkeit stattfinden. Verlauf und Ergebnisse werden jedoch am Freitag d. 19.02. ausführlich und transparent unter dem Button "Entwicklung" auf dieser Seite dokumentiert.

Ihre Kurth Gruppe

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Pressemeldung Berlin, 28. April 2015

Die Kurth Gruppe entwickelt das Friedrichshainer RAW-Gelände

  • Der bestehende Mix aus kultureller und gewerblicher Nutzung soll bestehen bleiben und ausgebaut werden
  • Kooperatives Planungsverfahren startet im 2. Quartal 2015
Vollständige Pressemitteilung herunterladen (PDF)
Programm
CONTENTS
Engagement ENGAGEMENT_9236
Aktuelles EVENT_9250
Historie HISTORIE_9206
Impressionen IMPRESSIONEN_9230
Entwicklung ENTWICKLUNG_9228
Dialog DIALOG_9750
Programm PROGRAMM_9599
Surrounding SURROUNDING_9706